Content-Marketing – alter Wein in neuen Schläuchen?

6. März 2014 Annett Bergk

Interview mit Anna Bause vom Deutschen Schauspielhaus zur Verzahnung von Marketing und PR 

Bause-Anna DtSchaupielhausHH FotoNatürlich hat Content Marketing große Chancen, ein Unternehmen wieder ins Bewusstsein der Kunden zu bringen. Aber diese Chancen sind nicht neu, sagt Anna Bause (Foto), verantwortlich für Marketing und Kommunikation am DeutschenSchauSpielHaus in Hamburg.

Redakteurin Annett Helbig fragt nach.

PR-Journal: Wie beurteilen Sie die Relevanz von Content Marketing im Kulturbereich?
Anna Bause: 
Offen gestanden verstehe den derzeitigen Hype um das Thema nicht. Aber ich beurteile Content Marketing nicht als unwichtig. Im Gegenteil: Ein Unternehmen muss sich, wenn es auf dem Markt Bestand haben will, schon immer auf eine Themenebene mit dem Kunden begeben, und das nicht nur im Kulturbereich. Ich kenne dieses Vorgehen unter dem Namen PR.

PR-Journal: Übernimmt nun also das Marketing unter falschem Namen die Aufgabenbereiche der Public Relations?
Anna Bause: Das klingt nun wieder sehr vorwurfsvoll. Meiner Meinung nach spricht die Bezeichnung „Content Marketing“ für eine voranschreitende Verzahnung einzelner Maßnahmen von Marketing und PR. In einem Konzept integrierter Unternehmenskommunikation müssen sich die einzelnen Felder intern kooperativ zeigen und, was das wichtigste ist, extern dem Kunden einen Gefallen erweisen und ein stimmiges Bild vermitteln. Nur so kann sich das Unternehmen oder die Marke profilieren.

PR-Journal: In der Theorie klingt das vernünftig, praktisch jedoch sind die Unternehmensbereiche Marketing und PR meist unterschiedlich gelagert.
Anna Bause: Besonders budgetär werden die Felder gern getrennt voneinander gesehen, aber abgeleitet von den Unternehmenszielen, müssen die beiden in Zukunft verstärkt dieselben Kommunikationsziele verfolgen, um Effizienz zu gewährleisten. Dieser Trend ist schon jetzt anhand von Sponsored Posts, Social Media-Verlängerung von TV-Kampagnen und QR-Codes in Print-Anzeigen zu erkennen. Die Kunden wollen echten Mehrwert. Den müssen wir ihnen geben. Ganz egal, wie die Branche das Kind nennen will.

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