Die eierlegende Kommunikations-Wollmilchsau: It’s all about Relations

19. März 2014 Annett Bergk

Wiesner-Sven SoMeAgenturbeebopEgal ob Marketing, PR oder Social Media: It’s all about Relations. Zielgruppenansprache. Beziehungspflege. Doch anstatt die Vernetzung der Kommunikationskanäle als integrierte Kommunikationsstrategie ins Unternehmen hineinzutragen, werden in den einzelnen Abteilungen die Ellenbogen ausgefahren. Die Konkurrenz der Kommunikatoren geht nicht selten zu Lasten der Maßnahmeneffizienz. Redakteurin Annett Helbig fragt Sven Wiesner, Vorstand der Hamburger Social Media Agentur beebop media, was sich ändern muss.

PR-Journal: Wie beurteilen Sie den aktuellen Machtkampf zwischen den Kommunikationsdisziplinen?
Sven Wiesner: Egal ob PR oder Social Media, es geht um Storytelling. Hier überschneiden sich die Kompetenzfelder und natürlich zerren beide Seiten am Budget. ‚Wir machen das gleich mit‘ gegen ‚Das ist ganz klar ein Job für uns Spezialisten‘. Wenn man sich tief in die Augen schaut, unterscheiden sich beide Seiten nur rein handwerklich.

Wiesner weiter: Während die PR-Kollegen geschult sind im Umgang mit den klassischen Medienvertretern, beherrschen die Social Media-Profis den Umgang mit Endkonsumenten und Bloggern. Die PR weiß exakt, was der Redakteur zum Arbeiten braucht, die Social Medias kennen die Mechaniken, die auf Facebook & Co. am besten zünden. Der Idealfall für den Kunden wäre sicherlich ein Anbieter, der alles beherrscht, die eierlegende Kommunikations-Wollmilchsau gibt es jedoch nicht und wird es meiner Meinung nach auch nicht geben. Deswegen braucht es beide Seiten in Teams, die ohne Vorbehalte und Angst ums eigene Budget optimal zusammenarbeiten.

PR-Journal: Ist die Trennung in traditionelle Medien und Social Media vor diesem Hintergrund nicht überholt?
Sven Wiesner: Total, denn ob die Geschichten rund um die Marke online oder offline erzählt werden, macht ja gar keinen Unterschied. Sie schadet eher, verbrennt Budgets und führt zu einer fragmentierten Markenwahrnehmung. Während die Marke dem Konsumenten beispielsweise auf Plakatwerbung die kommunikative Keule überzieht, begegnet sie ihm im Social Web auf einmal zuvorkommend und fast anbiedernd. Aus Angst vor’m sagenumwobenen Shitstorm. Rückkanal lässt grüßen. Ultraintegrierte Kampagnen mit einer Story konsequent über alle Kanäle ausgerollt, das gibt’s derzeit leider noch viel zu selten.

PR-Journal: Sehen Sie das Social-Media-Handwerk in Zukunft als eine Kernkompetenz für Marketing- und PR-Manager?
Sven Wiesner: Es ist ja immer schwierig Leuten zu erzählen, wie ihr Job in naher Zukunft aussehen wird. Ich denke es wird weiterhin Leute geben, die perfekt sind im Umgang mit den wichtigen Medien-Gatekeepern. Und das sind ja zumeist Kontakte, die vor allem offline gepflegt werden. Ebenso formieren sich zeitgleich Teams wie Cover PR, die sich vor allem auf BR, also Blogger Relations spezialisieren. Die Alleskönner sehe ich, wie gesagt, nicht. Braucht es ja auch nicht, wenn man bedarfsgerecht ein gutes Team zusammenstellt. Wir bei beebop sind jedenfalls sehr offen für solche Kooperationen, selbst mit Kollegen aus dem PR-Bereich!

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