Große Bilder, klare Struktur, ein paar Stichpunkte – und schon steht sie da: die fertige KI PowerPoint Präsentation. Zumindest versprechen das viele KI-Tools. Wer heute eine Präsentation erstellen möchte, bekommt innerhalb weniger Sekunden Folienvorschläge, Layouts und Inhalte geliefert. Beeindruckend? Ja. Fertig? Nicht unbedingt.
In den letzten Monaten haben wir wieder mehrere PowerPoint-Präsentationen für interne Schulungen überarbeitet. Und dabei ist uns etwas aufgefallen: KI kann inzwischen erstaunlich gute Entwürfe liefern. Aber „erstaunlich gut“ bedeutet noch nicht automatisch passend. Vor allem dann nicht, wenn Präsentationen im Unternehmenskontext eingesetzt werden – für Onboarding, IT-Schulungen, Change-Prozesse oder interne Kommunikation.
Denn eine Folie kann gut aussehen und trotzdem ihr Ziel verfehlen.
Kann KI Präsentationen erstellen?
Die kurze Antwort: Ja. KI-Tools können heute erstaunlich viel:
- Inhalte strukturieren
- Themen zusammenfassen
- Layouts erstellen
- Bilder und Grafiken vorschlagen
- erste Entwürfe in kurzer Zeit liefern
Gerade für erste Ideen oder eine grobe Gliederung ist das hilfreich. Wer auf einem leeren Blatt startet, spart Zeit. Die Herausforderung beginnt aber danach. Denn Unternehmen benötigen (in den meisten Fällen) keine beliebige Präsentation, sondern eine, die zum Unternehmen passt, zum Inhalt und zur Referentin oder zum Referenten.
Warum KI-Präsentationen oft nicht zum Unternehmen passen
Corporate Design ist mehr als Farben und Logo
Viele Unternehmen investieren viel Zeit in ihre Außendarstellung. Farben, Schriftarten, Bildwelten und Gestaltungselemente folgen klaren Regeln. KI erkennt diese Regeln aber nicht automatisch. („Kennen“ vielleicht aus CI-Guidelines oder Markenhandbüchern, aber die sind in vielen Fällen unvollständig. Und eine gute Guideline lässt natürlich auch Interpretationsspielraum …)
Das Ergebnis: Folien wirken modern, sehen aber plötzlich aus wie von einem anderen Unternehmen. Oder einfach generisch.
Unternehmenskultur lässt sich nicht generieren
Jedes Unternehmen spricht anders. Manche kommunizieren sehr sachlich. Andere persönlich. Manche technisch, andere emotional. Und einige verwenden Begriffe, Abkürzungen oder Formulierungen, die innerhalb des Unternehmens völlig selbstverständlich sind.
KI kennt diese Sprache zunächst nicht.
Interne Kommunikation braucht Kontext
Dazu kommt: Eine Schulungspräsentation ist keine Marketingkampagne. Mitarbeitende benötigen Orientierung:
- Was bedeutet das konkret für mich?
- Was ändert sich?
- Was muss ich tun?
- Wer ist Ansprechpartner?
Schöne Folien beantworten diese Fragen nicht automatisch.
Schulungen sollen verstanden werden – nicht nur gut aussehen
Es liegt vielleicht auf der Hand: Zwischen einer Präsentation und einer guten Schulung liegt ein Unterschied.
Eine gute Schulung führt durch Inhalte. Sie priorisiert Informationen, reduziert Komplexität und hilft Menschen dabei, Zusammenhänge schnell zu erfassen.
Praxisbeispiel: Warum eine IT-Schulung mehr braucht als schöne Folien
Stellen wir uns eine interne IT-Schulung vor. Ein KI-Tool könnte problemlos Inhalte erzeugen:
- neue Softwarefunktionen
- technische Beschreibungen
- Prozessabläufe
- Screenshots
- Diagramme
Technisch wäre das vielleicht sogar korrekt. In der Praxis zeigen sich häufig andere Herausforderungen:
- zu viel Text auf einzelnen Folien
- keine klare Informationshierarchie
- uneinheitliche Gestaltung
- fehlender Bezug zur Unternehmensrealität
- keine Orientierung für die Zielgruppe
Mitarbeitende wollen keine Dokumentation lesen. Sie möchten verstehen, was sich verändert und wie sie damit arbeiten.
Fünf Merkmale einer guten PowerPoint für interne Schulungen
1. Klare Informationshierarchie
Nicht jede Information ist gleich wichtig. Gute Präsentationen führen durch Inhalte statt Inhalte einfach aufzulisten.
2. Einheitliches Corporate Design
Präsentationen sind Teil der Unternehmenskommunikation und sollten sich in bestehende Designrichtlinien einfügen.
3. Verständliche Sprache
Fachbegriffe haben ihre Berechtigung – unnötige Komplexität eher nicht.
4. Sinnvolle Visualisierung
Diagramme, Icons oder Grafiken sollten Inhalte unterstützen und nicht zusätzlich erklärt werden müssen.
5. Fokus auf das Lernerlebnis
Menschen erinnern sich selten an Folien. Sie erinnern sich an Inhalte, die verständlich vermittelt wurden.
Wann sich die Überarbeitung einer Präsentation lohnt
Nicht immer muss eine Präsentation komplett neu erstellt werden, oft reicht eine gezielte Überarbeitung:
- bestehende Schulungsunterlagen modernisieren
- Corporate Design anpassen
- Inhalte vereinfachen
- Folien strukturieren
- Visualisierungen verbessern
- Präsentationen vereinheitlichen
- Barrierefreiheit berücksichtigen
Besonders bei Präsentationen, die regelmäßig intern genutzt werden, lohnt sich dieser Schritt oft deutlich stärker als eine komplette Neuerstellung.
KI ist Werkzeug – kein Unternehmensinsider
KI wird Präsentationen verändern. Daran besteht kaum Zweifel. Sie kann Prozesse beschleunigen und gute Grundlagen schaffen. Aber sie kennt weder Unternehmenskultur noch Zielgruppen noch interne Zusammenhänge automatisch. Gerade bei internen Schulungen entsteht der Unterschied selten durch spektakuläre Animationen oder besonders kreative Designs, sondern durch Struktur, Verständlichkeit und einen konsistenten Auftritt.
Sie haben bereits Schulungsunterlagen oder Präsentationen im Einsatz und möchten diese optisch, inhaltlich oder strategisch weiterentwickeln? EINFACHkommunikation unterstützt bei der Überarbeitung von PowerPoint-Präsentationen – für interne Kommunikation, Schulungen und einen professionellen Markenauftritt.

