Verbunden bleiben – Interne Kommunikation in Corona-Zeiten

6. Dezember 2021 Paula Slomian

Dass professionelle interne Kommunikation jetzt wichtiger denn je ist, liegt auf der Hand. Doch wie genau bewältigen namhafte Unternehmen mit moderner IK die Corona-bedingten Herausforderungen? Welche Formate haben sich dafür bewährt? Diese und weitere Fragen konnten wir als Teilnehmerinnen der digitalen „PR Report Tour“ am 17. November mit Kommunikationsprofis von Otto, Telekom, Audi, Siemens und der Deutschen Bahn diskutieren. Und das sind unsere wichtigsten Take-Aways. 

  1. Die IK gehört in den Krisenstab: Nur wer selbst gut informiert ist – präzise, aktuell, umfassend – kann für die Belegschaft Orientierung und Bewertung bieten. Bei fast allen der besuchten Unternehmen wurde die IK direkt zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 mit in den innersten Kreis der Entscheider geholt. Bestenfalls macht die IK hier nicht nur Notizen, sondern wirkt aktiv an der strategischen Ausrichtung der Botschaften mit. 
  2. Guter Dialog lebt vor allem vom Zuhören: Tausende Mitarbeitende im Homeoffice, Kontaktbeschränkungen auch am Arbeitsplatz, wenig Raum für Kaffeeklatsch oder Flurfunk – viele IK-Profis geben sich größte Mühe, dennoch die Schnittstelle in so viele Unternehmensbereiche wie möglich zu bleiben. Etwa über neu geschaffene Austausch-Routinen, die Teilnahme an Abteilungsrunden diverser Fachbereiche oder gezielte Gespräche. 
  3. Ohne Social Intranets geht es nicht mehr: Ein gut gepflegtes Intranet ist in vielen Unternehmen zum relevantesten Content-Hub und Anker im Informationsdauerfeuer geworden. Die Nutzungszahlen stiegen weit über das gewohnte Maß – und befinden sich noch heute auf einem höheren Niveau als vor Pandemiebeginn. Doch Social Intranets können weit mehr als informieren. Sie geben Raum zur Meinungsäußerung, ermöglichen Interaktion und sind für die IK damit auch ein wertvoller Gratmesser, was Stimmungen und Sorgen der Belegschaft angeht. Zudem gilt es, der gelernten Haptik und Funktionalität aus privat genutzten Social Networks zu entsprechen – Stichwort User Experience. 
  4. Audio-visuelle Formate gewinnen an Bedeutung: Nahbarkeit, Menschlichkeit, Mitgefühl – all dies lässt sich selbst mit einem noch so feingeschliffenen Text nicht ansatzweise so intensiv vermitteln wie mit einem aufrichtigen Lächeln oder dem warmen Klang einer besorgten Stimme. Videoblogs (Vlogs) und Podcasts sind ein zentrales Thema für etliche der vorgestellten Unternehmen der Tour: Audi lässt professionelle Radiomoderatoren Gespräche sowohl mit Werksmitarbeitenden als auch der Chefetage führen. Die Otto-IK interviewt im Wochenrhythmus Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Unternehmen. Die Telekom hat große Veranstaltungsformate bis hin zur Weihnachtsfeier digitalisiert und streamt sie auf die Endgeräte der Mitarbeitenden. 
  5. Interne und externe Kommunikation verschmelzen weiter: „Es ist schlicht illusorisch anzunehmen, dass Inhalte, die wir mit zigtausend Mitarbeitenden teilen, nicht irgendwie den Weg nach draußen finden“, stellt Tobias Geiger, Deutsche Bahn, ernüchternd fest. Recht hat er. Wer Inhalte und Botschaften für die IK plant, muss auch potenzielle Reaktionen der breiteren Öffentlichkeit dazu antizipieren. Gleichsam hat die externe Kommunikation ebenso unmittelbaren Einfluss auf die Mitarbeitenden, die idealerweise nicht erst aus den Medien etwas über aktuelle Unternehmensentwicklungen erfahren. 

So weit, so lehrreich. Die digitale Stippvisite bei diesen fünf „Schwergewichten“ zeigt eindrucksvoll, wie mannigfaltig und doch auch gleichartig die Herausforderungen der IK-Profis sich gestalten. Wer sich vertiefend dazu mit uns austauschen möchte, ist jederzeit herzlichst dazu eingeladen.

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